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Nutzungsausfall in Schönebeck

Nutzungsausfall in Schönebeck: dein Auto steht, die Uhr läuft.

Solange dein Fahrzeug nach einem fremdverschuldeten Unfall nicht fahrbereit ist, läuft für jeden Tag ein Betrag mit. In einer meiner Akten waren das 59 Euro, in einer anderen 38 Euro. Welcher Satz gilt, hängt am Fahrzeug und nicht am Verhandlungsgeschick.

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Solera
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Die Position heißt Nutzungsausfall und geht regelmäßig unter, weil sie in keinem Beleg auftaucht. Es gibt keine Rechnung, die du einreichen könntest, und trotzdem steht dir der Betrag zu.

Einen Mietwagen setzt der Anspruch nicht voraus. Wer die Tage mit der Bahn, dem Rad oder dem Zweitfahrzeug überbrückt, behält ihn in voller Höhe. Das gelingt in Schönebeck besser als in vielen Nachbarorten: Der Bahnhof liegt einen halben Kilometer vom Markt, drei weitere Haltepunkte verteilen sich über die Stadtteile.

Nutzungsausfall in Zahlen: zwei Akten, zwei Tagessätze

Über den Tagessatz entscheidet weder der Versicherer noch du selbst. Er folgt einer Einordnung nach Fahrzeugtyp, Alter und Ausstattung, und für jede Gruppe steht ein fester Betrag in einer bundesweit verwendeten Tabelle. Zwei abgeschlossene Akten aus meinem Bestand zeigen, wie weit das auseinandergeht. Die eine betrifft einen Frontschaden mit einer Schadenhöhe von 8.163,40 Euro: Fahrzeuggruppe G, 59 Euro je Tag, kalkulierte Reparaturdauer von drei bis vier Arbeitstagen. Die andere ist ein Schaden an der Seite über 4.294,51 Euro an Tür und Kotflügel vorn links, Gruppe D, 38 Euro je Tag, rund zwei Arbeitstage. Rechne beide Zeilen zu Ende, dann kommst du einmal auf 177 bis 236 Euro und einmal auf etwa 76 Euro. Der Unterschied liegt allein am Fahrzeug, nicht daran, wer besser verhandelt hat. Ausgehandelt habe ich keinen der beiden Sätze, ich habe sie abgeschrieben: Sie stehen so in der Zusammenfassung des jeweiligen Gutachtens, zusammen mit der Gruppe, aus der sie folgen.

Die Zahl der Tage stammt von derselben Seite des Gutachtens. In der Kalkulation steht, wie viele Arbeitstage die Instandsetzung bindet, und genau diese Angabe landet in der Zusammenfassung, eine Zeile unter dem Tagessatz. Ein Kostenvoranschlag aus der Werkstatt hat beides nicht. Er beziffert Teile und Arbeitswerte, sonst nichts. Wer nur ihn einreicht, bekommt die Reparatur ersetzt und keinen Tag darüber hinaus, weil der Sachbearbeiter keine Zeile findet, gegen die er prüfen könnte. Dazu kommt die Zeit davor: Meldung, Rückfragen, Freigabe. Wer nicht in Vorleistung gehen kann und deshalb wartet, bis die Gegenseite sich rührt, verliert diese Tage nicht. Belegen muss er sie trotzdem, sonst sieht der Zeitraum im Nachhinein wie selbst verschuldetes Zögern aus. Deshalb notiere ich die Dauer in jeder Akte, auch bei kleinen Schäden. Das kostet mich zwei Zeilen und entscheidet später darüber, ob überhaupt jemand über die Zahl der Tage redet oder nur über Teile und Lack.

Nutzungsausfall statt Mietwagen: der Bahnsteig vor der Haustür

Züge halten hier an vier Stellen: am Bahnhof Schönebeck (Elbe) und an den Haltepunkten in Bad Salzelmen, in Frohse und in Felgeleben. Der Bahnhof selbst liegt 0,5 Kilometer südwestlich vom Markt, also mitten in der Altstadt. Vier der sechs Stadtteile haben damit einen eigenen Bahnsteig, was bei 30.250 Einwohnern ungewöhnlich viel ist. Wer hier wohnt und nicht täglich quer durch den Landkreis muss, übersteht zwei oder drei Tage ohne eigenes Auto, ohne dass die Woche auseinanderfällt. Genau daraus entsteht das Missverständnis. Viele nehmen an, es gebe nichts zu holen, wenn man keinen Ersatzwagen braucht. Der Nutzungsausfall ist aber die Position für exakt diesen Fall. Er ersetzt nicht die Mietkosten, sondern den Umstand, dass ein bezahltes Fahrzeug in dieser Zeit nutzlos herumsteht. Wie du die Tage überbrückst, ist deine Sache und ändert an der Höhe nichts. Die Bahn ist hier nur die naheliegendste Variante, gerade für alle, die den Bahnsteig zu Fuß erreichen.

In der Elbaue sieht es anders aus. Plötzky, Pretzien und Ranies liegen gut sechs Kilometer vom Markt entfernt, Elbenau dreieinhalb, Grünewalde knapp drei, und keiner dieser Orte hat einen Bahnsteig. Dazu führt über die Elbe im Stadtgebiet nur eine Straßenbrücke, was jede Ausweichroute nach Osten lang macht. Wer dort wohnt, merkt jeden Tag ohne Fahrzeug deutlicher als jemand in Frohse. Am Tagessatz ändert das nichts, wohl aber an der Überlegung, ob sich ein Mietwagen lohnt. Der ist die teuerste Variante und die, an der am häufigsten gekürzt wird: Unfallersatztarif, Fahrzeugklasse, Erforderlichkeit der Anmietung. Diese drei Streitpunkte hat der Nutzungsausfall nicht. Er ist nach oben durch die Tabelle gedeckelt und nach hinten durch die Dauer, und beide Werte stehen fest, bevor der erste Brief geschrieben wird. Wer aus Plötzky oder Pretzien zu einem der Betriebe im Norden der Stadt pendelt, fährt zudem zweimal am Tag über dieselbe Brücke. Für den kann sich ein Mietwagen trotz aller Streitpunkte rechnen.

Nutzungsausfall ab wann: der erste und der letzte Tag

Der erste Tag ist in der Regel der Unfalltag, aber nur dann, wenn das Fahrzeug danach nicht mehr verkehrssicher war. Ein zerstörter Scheinwerfer, eine schleifende Radhausschale, eine Tür, die nicht mehr schließt: Damit fährt niemand weiter, und ab diesem Punkt fehlt dir die Nutzung. War der Wagen dagegen noch fahrbar und du bist ihn bis zum Werkstatttermin weitergefahren, beginnt die Zeit erst mit der Abgabe. Das Ende ist der Tag der Rückgabe, beim Totalschaden der Tag, an dem der Ersatz verfügbar ist. Dazwischen liegen die Tage, die gezählt werden. In meiner Frontschadenakte waren drei bis vier Arbeitstage kalkuliert, und dort gehörten Systemwarnungen der Assistenzsysteme zum Schadenbild. Solche Fahrzeuge stehen nach dem Blech ein zweites Mal still, für die Kalibrierung. Wie lange das dauert, hängt am Betrieb und nicht an dir. Für die Abrechnung heißt das: Der Zeitraum endet nicht mit dem letzten Handgriff am Blech, sondern mit der Freigabe des fertigen Fahrzeugs.

Zwei Bedingungen hängen an der Position, und beide klingen formaler, als sie sind. Du musst das Fahrzeug in dieser Zeit fahren gewollt haben, und du musst dazu in der Lage gewesen sein. Wer den Unfall mit gebrochenem Handgelenk überstanden hat oder ohnehin zwei Wochen weg war, fordert für diese Tage nichts, weil er auch mit heilem Auto nicht gefahren wäre. Ähnlich liegt es beim gleichwertigen Zweitwagen im Haushalt: Steht der bereit, fehlt der Nachteil. Ein deutlich kleineres oder anders genutztes Fahrzeug zählt hier nicht mit; darüber entscheidet der konkrete Haushalt und keine Faustformel. Nachfragen kommen erst, wenn der Zeitraum aus dem Rahmen fällt. Ein Wagen, der nach der Freigabe noch wochenlang unberührt am Bordstein steht, erzeugt genau solche Rückfragen. Dann reicht ein Satz, der erklärt, woran es lag, und das Papier dazu. Ohne beides streicht der Sachbearbeiter die Tage, und damit liegt er dann sogar richtig.

Nutzungsausfall beim Totalschaden: nicht die Werkstatt gibt den Takt vor

Wird nicht repariert, gibt es auch keine Reparaturdauer. An ihre Stelle tritt die Wiederbeschaffungsdauer, also die Spanne, die der Markt für ein gleichwertiges Fahrzeug braucht. Wie knapp diese Weiche gestellt wird, zeigt eine Heckschadenakte aus meinem Bestand. Dem Wagen wurden 8.290 Euro Wert zugemessen, die Kalkulation für die Instandsetzung landete bei 8.339,99 Euro, verwertbar blieb er für 2.550 Euro. Rund 101 Prozent Wiederherstellungsaufwand, also knapp über der Linie. Abgerechnet wurde der Totalschaden, und damit richtete sich der Nutzungsausfall nicht mehr nach einem Werkstatttermin, sondern nach der Suche nach einem Ersatzwagen. Diese Spanne wird im Gutachten ausgewiesen und nicht im Nachhinein geschätzt. Sie hängt am Fahrzeug selbst: Ein verbreitetes Modell mit gängiger Ausstattung ist schneller ersetzt als eine seltene Kombination aus Motor, Getriebe und Ausstattungslinie. Für dich folgt daraus nur eines: Fang mit der Suche an, sobald das Gutachten vorliegt, und warte nicht auf ein Angebot der Gegenseite.

Zwei Dinge dehnen die Zeit regelmäßig. Das eine ist die Sensorik. In der Frontschadenakte über 8.163,40 Euro steckte ein erheblicher Teil des Betrags in der Sensorik und ihrer Kalibrierung; Termine dafür vergibt nicht jeder Betrieb. Das andere ist die Art des Schadens. Auf der Magdeburger Straße und am Zubringer zur Anschlussstelle Schönebeck stauen sich Berufsverkehr und Abbieger, und wenn es dort kracht, endet der Anstoß selten am Stoßfänger. Er arbeitet sich weiter nach vorn in den Längsträger. So etwas braucht eine Richtbank und damit einen Platz, der nicht am nächsten Morgen frei ist. Ein Rangierschaden aus der engen Altstadt ist in zwei Tagen erledigt, dieser Fall nicht. Zwei Tage Unterschied klingen nach wenig; bei 59 Euro je Tag sind es 118 Euro, die später niemand nachreicht. Ich halte deshalb fest, welche Teile bestellt werden mussten und ob eine Kalibrierung ansteht. Ohne diese Angaben wirkt die Dauer wie eine Behauptung statt wie eine Rechnung.

Fahrzeuggruppe
Typ, Alter und Ausstattung entscheiden, in welche Gruppe der Tabelle ein Fahrzeug fällt. Aus der Gruppe folgt der Betrag je Tag.
Tagessatz
Der für die Gruppe hinterlegte Betrag. In meinen beiden Belegakten waren es 59 und 38 Euro.
Reparaturdauer
Die Arbeitstage, die die Instandsetzung laut Kalkulation bindet. Sie trägt den Nutzungsausfall beim Reparaturschaden.
Wiederbeschaffungsdauer
Die Zeit bis zu einem gleichwertigen Ersatzfahrzeug. Beim Totalschaden rechnet sie an Stelle der Reparaturdauer.
Nutzungsmöglichkeit
Du hättest in diesen Tagen fahren können. Wer krank war oder verreist, fällt für diesen Zeitraum heraus.

59,00 €

Tagessatz in einer Frontschadenakte, Fahrzeuggruppe G, so in der Zusammenfassung ausgewiesen.

3 bis 4 Arbeitstage

Kalkulierte Reparaturdauer derselben Akte. Mit dem Tagessatz genommen ergibt das 177 bis 236 Euro.

38,00 €

Tagessatz in einer Akte mit Schaden an der Seite, Gruppe D, rund zwei Arbeitstage Dauer.

Die drei Werte sind aus Vorgängen abgeschrieben, die dieser Betrieb abgerechnet hat: Schaden an der Seite, Schaden vorne, Schaden am Heck. Keine Beispielrechnung.

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Fragen & Antworten

Fragen zu Nutzungsausfall

Woran hängt der Betrag je Tag?

An der Fahrzeuggruppe. In zwei meiner Akten standen 59 Euro für ein Fahrzeug der Gruppe G und 38 Euro für eines der Gruppe D. Mit steigendem Alter rutscht ein Fahrzeug in der Tabelle nach unten, was gern übersehen wird. Welche Gruppe angesetzt ist, steht im Gutachten und lässt sich damit nachprüfen.

Ich bin die Tage mit der Bahn gefahren. Schmälert das den Anspruch?

Nein. Der Nutzungsausfall gleicht aus, dass dir dein eigenes Fahrzeug fehlte, nicht deine Fahrkarte. Ob du in Frohse oder in Bad Salzelmen in den Zug steigst, aufs Rad wechselst oder mitgenommen wirst, spielt für die Höhe keine Rolle. Gekürzt wird nur, wenn ein gleichwertiges Zweitfahrzeug bereitstand.

Der Versicherer hat mir Tage gestrichen. Was hilft dagegen?

Sieh nach, gegen welche Zeile gekürzt wurde. Meist trifft es die Zeit zwischen Gutachten und Werkstatttermin. Gegen eine Terminbestätigung mit Datum hält so eine Kürzung selten. Fehlt sie, bleibt nur die Behauptung, und die verliert gegen die Akte der Gegenseite.

Kontakt

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Telefon
01579 2834921
Büro
Friedrichstraße 41, 39218 Schönebeck (Elbe)
Aufgenommen wird am Fahrzeug; du musst nirgendwo hinfahren.
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Trifft dich am Unfall keine Schuld, rechne ich mein Honorar mit der Haftpflicht der Gegenseite ab.

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